de | en | es | it | pt

Rückblick Fackellauf 2009

Rückblick Fackellauf 2009

Es ist dein Weg…
…Shine your light

1500km - 37 Männer - 10 Etappen - 10 Tage - Eine Fackel

 Es ist die Nach des Heiligtums. In der Liebesbündnisfeier brennt das Feuer, das die Jugendlichen aus ihren Anliegen entzündet haben. 500 junge Menschen empfangen den eucharistischen Segen. In der vordersten Reihe stehen 37 orange gekleidete Männer. Sie empfangen den Segen und das Feuer der Begeisterung, des Urheiligtums, der Anliegen so vieler Menschen – das Feuer Schönstatts. Die entzündete Fackel bricht von hier auf in Richtung Petersplatz in Rom. Jeder der Läufer, begleitet von einem Versorgungsrad, läuft ca. 8 km, bevor er die Fackel an den Nächsten übergibt. Im Eiltempo bewegt sich das Licht in Richtung Süden. Jeden Tag werden ca. 140 km zurückgelegt. Den verschiedenen Autos sind immer Läufergruppen zugeteilt, so das ein Läuferbus mit 7-9 Läufern jeweils ca. 70 km zurücklegt, bis er vom nächsten Läuferbus abgelöst wird. Der Rest der Truppe baut die Zelte auf, kocht, wäscht, massiert, badet, schläft, unterhält sich, spielt, chillt, uvm.

Die Highlights Tag für Tag:

1. Tag

Es gilt die ganze Nacht und den ganzen Tag über zu laufen. Fast 200 km. Die ersten Probleme tauchen auf: Ein Navi, das die Rheinseiten verwechselt, ein platter Reifen von einem der Busse und somit kommt schließlich der Bus der nächsten Laufgruppe 2 Stunden zu spät. Doch auch geniale Erfahrungen prägen den Tag: Bei 120 Km/h werden von „Nach des Heiligtums“-Besuchern die frischgedruckten NDH Zeitungen auf der Autobahn ausgetauscht.

2. Tag

Tagesziel ist die Liebfrauenhöhe. Der Empfang ist Gigantisch. Es ist wie ein großes Fest. Die ersten Wadenmuskeln melden sich, doch beim Feiern mit den Schwestern, den Familien und Freunden sind die Anstrengungen des Tages vergessen. Die Läufer spüren: Sie werden mitgetragen.

3. Tag

Die Läufer scheinen immer schneller zu werden und die Tagesetappe wird gut bewältigt. Ziel für heute ist der Segnerhof, Heimat von Matthias und Stephan Jehle. Nach Umwegen und Strapazen des Tages kann dieser nun im Pool ausklingen.

4. Tag

Die Schweiz steht heute auf dem Programm. Die deutsche Grenze wird überquert. Höhepunkt ist wohl die Begegnung mit der Schweizer Schönstattjugend. Die Begegnung macht deutlich: Laufen bewegt! Die kleineren Schwierigkeiten, wie den Verlust einiger Läufer rückt in den Hintergrund. (Ach ja, die Läufer fand man wieder, man hatte nur kurz den Kontakt verloren!)

5. Tag

Viva Italia. Splügenpass. Serpentinen, langsame Autos und schnelle Läufer. der höchste Punkt des Weges ist erreicht. Den steilen Pass hinauf waren die Läufer manchmal schneller als die vorbeifahrenden Autos. Die Strecken müssen ein wenig verkürzt werden, dafür müssen die Läufer öfter ran. Der Berg soll bezwungen werden und wird es schließlich auch. Es geht nicht nur aufwärts sondern auch hinab. Tagesziel ist ein Campingplatz am Comer See. Ab heute verstehen die Läufer auch die Einheimischen nicht mehr so gut, denn ab hier sind wir schon in Italien Beim Abendgebet lässt die Atmosphäre so langsam erahnen: Hier geschieht was mit der Gruppe, mit jedem einzelnen Läufer.

6. Tag

Halbzeit - Eine lange Etappe, den Berg hinunter, Italiens Poebene hindurch, mit Sonnencremes bewaffnet, 38 Grad im Schatten, doch den gibt es nicht! An Mailand vorbei wird die Fackel unermüdlich getragen. Läufer um Läufer wechseln sich ab. Die Hitze ist unerträglich, so dass jeder schwitzt, egal ob man Läufer ist oder Fahrer. Es ist Freitag der 28. August und ca. 800 km Weg liegen schon hinter der Fackel. Wie viele Leute wurden wohl schon mit dem vorbeiziehendem Feuer entflammt? Zumindest die 36 Läufer sind es. Wenn die Kraft nachlässt, man die Fackel nicht mehr weiterztragen kann und es dennoch tut, weil man für ein Anliegen läuft dann merkt man: Die Schmerzen werden vergessen, die Gedanken schweifen ab. Der Weg geht von alleine vorbei. Assoziationen zu Gebet, Meditation… Anbetung?! FÜR ist das Stichwort das den Vorgang gut beschreibt: FÜR Andere, FÜR Schönstatt, FÜR Maria, FÜR die Kirche, FÜR Mich, FÜR…

7.Tag

Ab 4 Uhr sind die ersten Läufer unterwegs. Die Tagesetappe ist lang, doch die Läufer wissen auf was es ankommt. Auch wenn die Ordnung und der Schlaf zu kurz kommt: Den Anspruch seine Strecke gut zu meistern hat jeder der Läufer, Priester eingeschlossen. Ist es allein der sportliche Ehrgeiz oder gibt es noch Anderes was den Einzelnen motiviert, die Strapazen auf sich zu nehmen? Vielleicht das Ziel, Rom? Vielleicht die Suche nach einer Entscheidung, einem Hinweis, dem eigenem Weg? 1000 km sind geschafft. Wo, wann und Wer ihn gelaufen ist, kann nicht mehr nachvollzogen werden…

8.Tag

Sonntag. Es geht an Pisa vorbei in Richtung Meer. Dort, gleich am Meer liegt der Campingplatz für heute. Das Feuer der Fackel brennt sich durch die norditalienische Landschaft. Staubig und heiß sind die Straßen. Fuß – und Radwege finden sich selten. Auf Landstraßen ohne Seitenstreifen fließen Kilometer um Kilometer dahin. Da die Läufer den ganzen Tag unterwegs sind, ist der Gottesdienst für Abends angesetzt. Das Meer ist doch ein Stückchen entfernt, wir entschließen uns auf dem Platz zu bleiben und informieren die benachbarten italienischen Camper. Ein Ehepaar nimmt sogar am Gottesdienst Teil. Die Predigt, die wir für sie mit übersetzen, begeistert das gut katholische Ehepaar. Entzündet?!

9.Tag

Vorletzter Tag. Rom kommt näher, die Kilometerangaben werden geringer. Erst noch über 200 km, gegen Nachmittag sind es dann nur noch 150. Am Abend schließlich 110. Diesmal liegt der Platz am Meer. Die Stimmung schwangt zwischen Ausgelassensein und erwartungsvoller Tiefe: Morgen werden wir Rom erreichen. Nach 9 Tagen Hitze, Staub und Schweiß. Wie werden wir empfangen? Wie wird das mit dem Petersplatz aussehen? 40 kleine Menschen auf einem Platz auf dem sonst Tausende stehen, wird das nicht ein wenig lächerlich? Die Sonne versinkt im Meer und wir im Schlaf.

10. Tag

Es ist Dienstag der 01.September. Die Kilometer sind schon vergessen, bevor wir ssie überhaupt gelaufen sind. Auf Belmonte kommen wir an. Pfarrer Georg Egle und Pater Stefan Strecker erwarten uns. Wir fühlen uns sofort beheimatet: Das Heiligtum, die grüne Wiese, das geniale Haus- Das erste Gefühl sagt: Wir sind angekommen. Doch das sind wir nicht: Pfarrer Egle macht es deutlich: Das Licht Schönstatts ins Herz der Kirche zu tragen, das zu bezeugen ist Verwirklichung der Sendung Schönstatts, wenn auch nur ein kleiner Teil davon!

So werden wir ausgesandt die letzten Kilometer durchzuhalten. Und so schaffen wir es schließlich auch. Ohne es perfekt geplant zu haben spüren wir dabei: Die MTA ist nun wirklich bei uns, denn wir bekommen nicht nur Geleitschutz von der Polizei, nein es laufen uns auch noch Reporter der KNA und von Repubblica online (Eine der größten römischen Zeitungen) über den Weg, die sofort begeistert Stifte und Kameras zücken.

Am nächsten Tag konnte schließlich Papst Benedikt die Fackel entgegennehmen. Mit dieser nimmt er auch unsere Anliegen, alle erlaufenen Blasen, Streitigkeiten, guten Begegnungen und nicht zuletzt das Feuer der Nacht des Heiligtums entgegen.

Beim Abendgebet können wir dann Resümee ziehen: Das Heiligtum auf Belmonte, die Augen auf das MTA-Bild gerichtet und das Feuer in der Hand  steht jeder Läufer noch einmal auf und benennt seinen schönsten Moment. Mit dem gemeinsamen Feuer aller Erfahrungen werden schließlich die Anliegen verbrannt, während das Mottolied ‚Shine your light‘ die Atmosphäre auf Belmonte bestimmt. Spätestens jetzt ist allen klar: Gnade wirkt laufend!

Alles wurde ins Internet gestellt, damit viele live dabei sein konnten.

www.fackellauf2009.wordpress.com